Noch nicht

Sitze hier in der Mittagspause in der Apotheke und kämpfe…gegen den Druck, gegen die Tränen.
Ich bin knapp vor der Grenze meiner Kräfte. Mein letzter Urlaub war im September, mein Körper verlangt nach einer Pause, mein Kopf schaltet auch nachts kaum ab. Bei der Arbeit passieren mir bereits Fehler. Zum Glück nichts, wobei Menschen zu Schaden kommen könnten. Noch nicht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 4 Kommentare

Weg sein wollen

Der Druck vor einigen Wochen hatte sich nach einem Telefonat mit dem Ergotherapeut gelegt und ist seitdem nicht mehr aufgetaucht.

Was stattdessen gestern aufgetaucht ist, sind arge Flashbacks. Grund war ein Termin bei der Anwältin, die mich damals gegen den Täter vertreten hat. Meine Mum und ich waren wg. meinem Vater da (Betreuungsfrage). Den Prozess sprachen wir gar nicht an, sie wollte halt gern wissen, wie es mir seitdem gegangen ist.
Umgehauen hat es mich dann, als ich wieder daheim war. Die Erinnerungen, an die Zeit bei Gericht. Sein hasserfülltes Gesicht, als ich ihm auf dem Flur begegnete. Die üblen Beschimpfungen seiner Mutter. Der Anwalt, der mich bei meiner Aussage zerpflückt hat. Schuldgefühle, Suizidgedanken, weg sein wollen…einfach nur weg.

Heute morgen hab ich zum Glück frei, die Nacht war sehr kurz. Heute Mittag muss ich zur Arbeit. Dabei würde ich mich lieber verkriechen. Nichts hören, keinen sehen…weg sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich

Eigentlich will ich seit Tagen den letzten Teil meines Rückblicks schreiben. Erzählen, was sich in der Therapie verändert hat…dass ich nochmal Tante geworden bin.

Eigentlich…

Doch mir geht’s seit einigen Tagen ziemlich bescheiden. Fühle mich einfach müde und hier bei der Arbeit total überfordert.
Es ist im Grunde nicht mehr zu tun als sonst. Aber meine Chefin hat Urlaub, der Vertretungsapotheker ist hier und dadurch bleibt einfach mehr Verantwortung an mir hängen. Zuviel Verantwortung, zuviel Druck…Verletzungsdruck…

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Rückblicke 2

Also, die Jobcenter-Maßnahme.
Die begann im Oktober 2013 und sollte ein Jahr lang dauern. Hauptziel des Ganzen war, im besten Fall über ein Praktikum in eine feste Anstellung zu kommen.
Wie gesagt, es war bereits meine vierte Maßnahme und die Hoffnung daher eher klein.

Mein erstes Praktikum hatte ich im November, erstmal nur 4 Stunden täglich. Lief echt gut, nur war dort keine Möglichkeit der Übernahme.

Das zweite Praktikum folgte um die Weihnachtszeit mit 6 Stunden täglich. Klappte auch prima. Allerdings musste ich dort vorzeitig abbrechen.
Klingt doof, ich weiß…aber was war der Grund?

Der Grund war, dass die Chefin aus Praktikum 1 mich einen Tag vor Silvester anrief und fragte, ob ich noch auf Jobsuche sei. Ich bejahte und sie meinte, sie hätte eine feste Stelle, und ob ich Interesse hätte. Was für ne Frage!!!

Joa, inzwischen arbeite ich seit Mitte Januar dort und bin im normalen Arbeitswahnsinn …äh, -alltag angekommen. Ich hab zwei Nachmittage in der Woche frei, dazu jeden zweiten Samstag. So hab ich noch genug Zeit für meine Termine oder einfach zum Verschnaufen.
Mit Chefin und Kollegin komme ich super aus, genauso mit den Kunden und allen anderen, mit denen ich bei der Arbeit so zu tun hab.

Klar gibt’s stressige Tage und gerade zu Anfang hab ich mich sehr schwer damit getan. Doch mittlerweile komme ich auch damit zurecht.
Naja, fast. Scheinbar hat mein Immunsystem geschwächelt und ein paar gemeine Viren durchgelassen, die mich für diese Woche ausgeschaltet haben. Aber nach zwei Tagen im Sommer ist das mein erster längerer Krankenschein seit ich da arbeite.

Alles in allem – es passt!

(weitere Fortsetzung folgt)

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Rückblicke

Sodele, nu wird es tatsächlich Zeit, mal wieder hier zu aktualisieren.

Seit dem letzten Post ist so vieles passiert.
Einige Wochen später lag mein Vater erneut im Krankenhaus. War nix Schlimmes, allerdings baute er während des Aufenthalts stark ab, wurde plötzlich inkontinent und es war abzusehen, dass es daheim ohne Hilfe nicht mehr geht.
Deshalb kam auch der Sozialdienst der Klinik auf meine Mutter und mich zu. Nach langen Überlegungen und schweren Herzens entschlossen wir uns, Papa in einem Altenheim unterzubringen. Zum Glück war sogar ganz kurzfristig hier im Ort ein Platz für ihn frei.
Nu ist er seit Ende April 2013 dort, fühlt sich echt wohl und ist sehr gut versorgt, so dass unser anfänglich schlechtes Gewissen inzwischen verflogen ist.

Im Juni 2013 kam die Platte aus meinem Fuß wieder raus…zum Glück, denn mit der Zeit hat das Ding nur noch gestört.

Der Sommer war ziemlich ereignislos. Jobsuche, Therapie, Minijob beim alten Chef.

Im Herbst begann – mal wieder – eine Maßnahme über das Jobcenter. Wenn ich ehrlich bin, hatte ich wenig Hoffnung, dass das was bringt, aber was muss, das muss halt.

(Fortsetzung folgt…ganz bald, versprochen! :-) )

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Ich schäme mich sehr

Ein fürchterlicher Tag heute. Mein Vater stur und bockig wie ein kleines Kind. Mussten sogar zweimal den Rettungsdienst anrufen. Heute morgen, als er in der Gästetoilette gefallen war, sich aber absolut geweigert hat, wieder aufzustehen…sich sogar richtig steif gemacht hat, so dass meine Mutter und ich ihm nicht hoch helfen konnten. Und gerade vorhin nochmal, nachdem er sich einfach auf den Boden fallen ließ (!!) und das gleiche “Spiel” wie heute morgen lief.
Dazwischen schier endlose Diskussionen ums Waschen, das Anziehen, Essen usw.

Und ich gestehe, mir ist heute die Hand ausgerutscht. Ich könnte mich jetzt rechtfertigen, dass es nicht fest war, “nur” ein kleiner Klaps auf den Hinterkopf…dass heute mein persönliches Maß voll war, ich am Ende meiner Nerven.
Gründe gibt es genug. Aber kein einziger davon ist eine Entschuldigung. Tatsache ist, ich habe meinen Vater geschlagen und ich schäme mich sehr dafür.

Papa, verzeih mir!

Veröffentlicht unter Uncategorized | 5 Kommentare

Verantwortung

Mein Vater ist seit Donnerstag im Krankenhaus, hier daheim ist ein wenig Ruhe eingekehrt. Man sollte meinen, dass es mir jetzt etwas besser geht. Nein, tut es nicht.

Ich merke, dass die tägliche Anspannung zwar weg ist, meine Stimmung dafür aber nach unten rutscht. Keine Ahnung…vielleicht, weil ich mir jetzt “erlauben” kann, mich fallen zu lassen. Weil ich die Verantwortung erst einmal abgeben konnte.

Aber da bleibt dann immer noch die Verantwortung für mich selbst. Und ganz ehrlich, die mag ich im Moment auch nicht tragen…

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

Ungeplante Pause

Tja, da bin ich wieder, hatte eine – eigentlich ungeplante – Pause eingelegt.

Im Grunde hat sich seit dem letzten Eintrag ziemlich wenig geändert. Nach wie vor ist mein Vater in seinen Launen unerträglich, zudem hat er inzwischen eine Menge Macken entwickelt. Beispiel: Naseputzen, danach die Augen abwischen, anschließend Brille putzen, 5 Minuten später wieder Naseputzen usw. usf. Und nein, er ist nicht verschnupft.

Morgen soll er wegen seiner Zuckerwerte und diversen anderen Untersuchungen ins Krankenhaus. Und ganz ehrlich, ich freu mich wirklich drauf. Ein paar Tage Ruhe vor seinem Genörgel, seinen ewigen Selbstgesprächen und endlich mal wieder durchschlafen, weil niemand nachts durch das Haus geistert, dabei Türen knallt und seinen Stock bei jedem Schritt auf den Boden wummert.

Arbeitstechnisch hat sich auch nichts getan. Ok, ich hatte zwischenzeitlich zumindest mal ein Vorstellungsgespräch und durfte dort sogar einen Tag zur Probe arbeiten. Allerdings wurde dann aus anderen (nicht mich oder meine Arbeit betreffenden) Gründen nichts draus. So bin ich weiterhin stundenweise in “meiner” alten Apotheke…besser als nichts, aber trotzdem viel zu wenig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Hinterlasse einen Kommentar

2012 in review

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2012 an.

Hier ist ein Auszug:

600 Personen haben 2012 den Gipfel des Mount Everest erreicht. Dieser Blog hat 2012 über 2.800 Aufrufe bekommen. Hätte jede Person, die den Gipfel des Mount Everest erreicht hat, diesen Blog aufgerufen, würde es 5 Jahre dauern, um so viele Aufrufe zu erhalten.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Tyrann

Ich bin es so leid, die ständigen Launen meines Vaters aushalten zu müssen. Dieses Gemotze, weil irgendwas nicht nach seiner Nase geht. Das Geschreie, wenn man ihm in Ruhe was erklären will.

Jaja, es liegt am Alzheimer und er kann ja nichts dafür…aber er war doch früher genauso.

Als Kind musste ich ständig damit rechnen, dass er nach der Arbeit heim kommt und er wegen dem kleinsten Mist explodiert. Schon als 5jährige war ich ständig drauf bedacht, bloß keinen Krach zu machen, Papa bloß alles recht zu machen, bloß mein Zimmer noch ein bisschen mehr aufzuräumen…also, alles zu tun, damit er keinen Grund zum Ausflippen hat. Doch er fand immer einen Grund.

Nein, die Erkrankung hat ihn nicht verändert, er wird nur einfach wieder zu dem fürchterlichen Tyrann, der er früher schon war.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Ein Kommentar